Eine einfache Übung zur Entspannung und sanften Vitalisierung

Nehmen Sie die Rückenlage ein. Werden Sie sich der Flanken in der Region nahe oberhalb der Taille bewusst und atmen Sie in einem sanften Hauch in diese Region ein. Der untere Teil des Brustkorbes mit den sogenannten fliegenden Rippen dehnt sich aus und erfüllt die Taille. Atmen Sie schließlich im gleichen Zug in die Fortsetzung von den Flanken weiter ein in die Tiefe des Bauchraumes, so dass Sie das Gefühl erhalten, der Atem erfüllt und berührt den Beckenboden. Nun atmen Sie aber noch weiter im gleichen Zuge ein und lenken die Aufmerksamkeit hinauf zu den Schlüsselbeinen und beginnen dort den Brustkorb zu füllen. Die obersten Rippen heben sich geringfügig an. Schließlich führen Sie den Atem gedanklich und bewusst direkt in die Mitte des Brustkorbes in die Herzregion und beenden somit die große Einatmung. Die Ausatmung erfolgt entspannt, weich und natürlich.

Bei dieser großen Einatemphase in die vier Teilregionen Flanken, Bauch, Lungenspitzen und Herz erleben Sie in einer spezifisch gewählten Abfolge die einzelnen Teilregionen des Rumpfes. Sie können die Übung mit etwa 10 bis 15 Atemzügen im Liegen ausführen, daraufhin kurz entspannen und wieder in natürlicher Tätigkeit den Tag fortsetzen. Der Vorteil dieser Übung ist neben dem Bewusstwerdeprozeß des Atems, der die verschiedenen Teilbereiche des Rumpfes erobert, eine natürliche Anregung der aufbauenden Stoffwechselkräfte von der Mitte ausgehend und harmonisch über den Körper verströmend. Die Reihenfolge ist bewusst nicht von oben nach unten, wie beispielsweise vom Brustkorb zum Bauchraum oder vom Bauch zum Brustkorb gewählt, sondern von der Mitte, dem Zentrum der Weite zu dem Zentrum der Tiefe, und von diesem ausgehend zu dem Zentrum der Sensibilität, denn die Schlüsselbeine deuten auf Sensibilität, und schließlich in der letzten Stufe in die Ruhe des Herzens aufgebaut. Mit dieser Reihenfolge richtet sich in der Folge des Übens die Wirbelsäule günstiger in einer sensitiven, getragenen und stabilen Haltung auf.

In der Weite erlebt der Übende das Wesen der Luft und die Ausdehnung seiner persönlichen Möglichkeiten in die Zukunft, mit der Tiefe erlebt er die eigene Körperlichkeit und das Ergreifen dieser durch den Willen. In der Schlüsselbeinatmung, die der Sensibilität entspricht, offenbart sich das seelische Wesen des Berührtseins mit der Außenwelt, das feine Empfinden des Anderen, des Neuen, des Unbekannten. Im Herzen, der Atmung der Innerlichkeit und des Zentriertseins, erlebt der Übende schließlich sein eigenes personales Sein, seinen Mittelpunkt in der Welt und im Wesen des Leibes.

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